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Gedächtnistest online: Wie fit ist Ihr Gehirn?

Icon of a brain in a karate outfit smashing bricks

„Wie heißt nochmal dieser eine Schauspieler?“ Sie sehen sein Gesicht genau vor sich und wissen sogar, in welchem Film er mitgespielt hat. Nur der Name will Ihnen nicht einfallen.

Solche kleinen Gedächtnislücken kennen viele Menschen. Meist stecken harmlose Ursachen dahinter, etwa ein voller Kopf, Stress oder zu wenig Schlaf. Schlafmangel verschlechtert nachweislich die geistige Leistung, vor allem die Aufmerksamkeit [1].

Trotzdem fragen sich viele irgendwann: Wie fit ist mein Gehirn eigentlich, und ließe sich das einfach mit dem Smartphone messen? Genau das untersucht die NeuroNation Check-Up Studie – und Sie können dabei mithelfen! 

Das Wichtigste in Kürze

Vergesslichkeit: Was ist normal?

Das Gehirn verändert sich ein Leben lang, und manches davon gehört zum normalen Älterwerden. Mit den Jahren verarbeitet das Gehirn neue Informationen etwas langsamer, Wortschatz und Allgemeinwissen bleiben dagegen meist stabil [3]. Typisch für harmlose Vergesslichkeit ist, dass die Information später wieder auftaucht, etwa wenn ein vergessener Name beim Abwasch plötzlich wieder einfällt [4].

👀Wann sollte man genauer hinschauen?

Gedächtnisprobleme sollten ärztlich abgeklärt werden, wenn sie sich häufen oder den Alltag spürbar erschweren. Die Alzheimer’s Association nennt unter anderem diese Warnzeichen [4]:

Warnzeichen für Gedächtnisprobleme bedeuten nicht automatisch eine Demenz. Häufige und behandelbare Ursachen für Gedächtnisprobleme sind zum Beispiel Depressionen, Nebenwirkungen von Medikamenten, eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein Vitamin-B12-Mangel [5].

Warum sollte man Gedächtnisprobleme früh abklären lassen?

Geistiger Abbau verläuft meist schleichend. Bei Demenzerkrankungen vergehen zwischen den ersten Anzeichen und der Diagnose im Durchschnitt 3,5 Jahre, bei Menschen unter 65 sogar rund 4 Jahre [2].

Wer Veränderungen der Gedächtnisleistung früh erkennt, kann mögliche Ursachen rechtzeitig ärztlich abklären und behandeln lassen. Große Studien wie FINGER aus Finnland und US POINTER aus den USA zeigen, dass geistiger Abbau nicht ungebremst verlaufen muss [6, 7]. Wer früh aktiv wird, etwa durch Bewegung, gesunde Ernährung oder Gehirntraining, kann länger selbstständig bleiben und möglicherweise den Beginn einer Demenz verzögern [5–7].

Für einen gründlichen Hirnleistungstest braucht es derzeit meist einen Termin in einer Praxis oder Klinik, den viele erst bei deutlichen Beschwerden vereinbaren. Ein verlässlicher Gedächtnistest fürs Smartphone wäre jederzeit verfügbar, bräuchte keinen Termin und hätte eine geringe Hemmschwelle. 

Was passiert bei einem Gedächtnistest?

Bei einem Gedächtnistest lösen Sie kurze Aufgaben, die sich ein bisschen wie Rätsel oder kleine Spiele anfühlen können. Fachleute bezeichnen einen Gedächtnistest als kognitive Testung.

Typische Aufgaben sind zum Beispiel:

Zusammen ergeben die Aufgaben ein Bild davon, wie fit Ihr Gehirn insgesamt ist.

Was ist die NeuroNation Check-Up Studie?

Das Universitätsklinikum Jena, die Charité Berlin, die Uniklinik Köln und NeuroNation testen gemeinsam die NeuroNation Check-Up App, einen neuen, spielerischen Gedächtnistest für Smartphone und Tablet. 

Die NeuroNation Check-Up App prüft in etwa 30 Minuten vier Kernbereiche der geistigen Leistungsfähigkeit: Gedächtnis, Aufmerksamkeit, schlussfolgerndes Denken und Verarbeitungsgeschwindigkeit. 

Die NeuroNation Check-Up App ist ein wissenschaftliches Forschungswerkzeug für eine erste Einschätzung (Screening) und kein Medizinprodukt. Die App stellt keine medizinische Diagnose. Langfristig soll aus der NeuroNation Check-Up App ein Test entstehen, der Veränderungen der geistigen Fähigkeiten früher erkennt und zugänglicher macht.

Warum sucht die Forschung gerade gesunde Menschen?

Haben Sie keine diagnostizierten Gedächtnisprobleme? Dann sind Sie genau richtig. Ein Test kann Auffälligkeiten nur erkennen, wenn er weiß, was „normal“ ist, ähnlich wie eine Waage, die erst geeicht werden muss. Je mehr gesunde Menschen unterschiedlichen Alters mitmachen, desto genauer unterscheidet der NeuroNation Check-Up später zwischen normaler Vergesslichkeit und Veränderungen, die eine ärztliche Abklärung wert sind. 

Die Teilnahme dauert etwa 30 Minuten und klappt in drei Schritten:

Wenn Sie möchten, können Sie den Test nach vier Wochen noch einmal machen. Die freiwillige zweite Testrunde zeigt, ob die NeuroNation Check-Up App bei Wiederholung verlässlich gleiche Ergebnisse liefert.

Kennen Sie jemanden, den das interessieren könnte, zum Beispiel Ihre Eltern oder Freunde? Teilen Sie diesen Artikel gerne. Jede Teilnahme hilft der Forschung.

Quellen

[1] Lowe, C. J., Safati, A., & Hall, P. A. (2017). The neurocognitive consequences of sleep restriction: A meta-analytic review. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 80, 586–604. https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2017.07.010

[2] Kusoro, O., Roche, M., Del-Pino-Casado, R., Leung, P., & Orgeta, V. (2025). Time to diagnosis in dementia: A systematic review with meta-analysis. International Journal of Geriatric Psychiatry, e70129. https://doi.org/10.1002/gps.70129

[3] Harada, C. N., Natelson Love, M. C., & Triebel, K. L. (2013). Normal cognitive aging. Clinics in Geriatric Medicine, 29(4), 737–752. https://doi.org/10.1016/j.cger.2013.07.002

[4] Alzheimer’s Association. (o. J.). 10 early signs and symptoms of Alzheimer’s and dementia. https://www.alz.org/alzheimers-dementia/10_signs

[5] Brodaty, H., Chau, T., Heffernan, M., et al. (2025). An online multidomain lifestyle intervention to prevent cognitive decline in at-risk older adults: a randomized controlled trial. Nature Medicine, 31(2), 565–573.

[6] Baker, L. D., Espeland, M. A., Whitmer, R. A., et al. (2025). Structured vs self-guided multidomain lifestyle interventions for global cognitive function: the US POINTER randomized clinical trial. JAMA, 334(8), 681–691.

[7] Rosenberg, A., Mangialasche, F., Ngandu, T., Solomon, A., & Kivipelto, M. (2020). Multidomain interventions to prevent cognitive impairment, Alzheimer’s disease, and dementia: from FINGER to world-wide FINGERS. The Journal of Prevention of Alzheimer’s Disease, 7(1), 29–36.

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