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Kurzzeitgedächtnis – Funktion und Aufbau

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Das Kurzzeitgedächtnis spielt eine zentrale Rolle im Alltag, ist wichtig für Merkfähigkeit und geistige Fitness.
  • Verschiedene Arten des Kurzzeitgedächtnisses (auditiv, visuell, motorisch) beeinflussen unser tägliches Leben.
  • Regelmäßiges Gedächtnistraining kann das Kurzzeitgedächtnis verbessern und als Prävention gegen Demenz dienen.
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Das Kurzzeitgedächtnis fungiert als Erinnerungsmechanismus, der es uns ermöglicht, eine begrenzte Menge an Informationen über einen kurzen Zeitraum hinweg zu speichern. Es dient dazu, vorübergehend verarbeitete Informationen festzuhalten, die entweder ins Langzeitgedächtnis übergehen oder vergessen werden.

Das Kurzzeitgedächtnis ist der unscheinbare Held unseres Alltags. Funktioniert es gut, beachten wir es nicht. Wir merken nicht, dass es da ist, da es im Hintergrund agiert und uns hilft, unsere täglichen Merkaufgaben zu bewältigen. 

Erst mit zunehmendem Alter, wenn unsere Merkfähigkeit nachlässt, stellen wir fest, dass etwas nicht stimmt. Ist unser Kurzzeitgedächtnis geschwächt, kann das unser Leben beträchtlich einschränken.

Doch glücklicherweise lässt sich das Kurzzeitgedächtnis trainieren und teils auch wiederherstellen. 

Bei NeuroNation widmen wir uns der geistigen Fitness, also auch der Fitness des Gedächtnisses. Deshalb sind wir am BRAIN-Projekt beteiligt, einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt zur Behandlung kognitiver Beeinträchtigungen mit Gedächtnistraining.

Heute klären wir alles, was Sie zum Thema Kurzzeitgedächtnis wissen müssen.

Wozu brauchen wir das Kurzzeitgedächtnis?

Das Kurzzeitgedächtnis, held im Alltag

Sämtliche Informationen und Eindrücke, die wir wahrnehmen, werden von unserem Kurzzeitgedächtnis aufgenommen. 

Es spielt eine zentrale Rolle bei der Durchführung täglicher Aufgaben, sei es in der Schule, im Studium, Beruf oder im privaten Leben. Es kommt permanent zum Einsatz. 

Wir können uns beispielsweise an unmittelbar geschehene Ereignisse und Erfahrungen erinnern (eine Telefonnummer merken, Kopfrechnen, Schreiben, ein Gespräch führen, Namen kurzfristig merken etc.). Außerdem stellt das Kurzzeitgedächtnis die Basis für die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit dar.

Die moderne Gehirnforschung geht zudem davon aus, dass das Kurzzeitgedächtnis ein Indikator für die menschliche Intelligenz ist

Die Funktionen des Kurzzeitgedächtnisses

Das Kurzzeitgedächtnis ist zuständig für die Aufnahme und Verarbeitung aller Informationen und Reize, denen wir ausgesetzt sind. Das heißt alle Fähigkeiten wie:

und noch vieles mehr wird allesamt von unserem Kurzzeitgedächtnis übernommen. Doch leider hat unser Kurzzeitgedächtnis trotz seiner vielen Aufgaben nur eine relativ geringe Kapazität. 

Das liegt daran, dass unser Gehirn in der Vergangenheit sich nur auf relativ wenig Dinge gleichzeitig fokussieren musste. Heutzutage ist das allerdings ein großes Hindernis, weil wir mit immer größeren Mengen von Reizen und Eindrücken bombardiert werden.

Unterschied zwischen Kurzzeitgedächtnis und Arbeitsgedächtnis

Das Kurzzeitgedächtnis wird im neueren Verständnis durch den Begriff Arbeitsgedächtnis abgelöst. Der Unterschied ist, dass das Kurzzeitgedächtnis sich auf teils veraltete Theorien der Informationsspeicherung bezieht. 

So ging die Hirnforschung früher davon aus, dass es nur ein einheitliches System für die Informationsspeicherung gebe. Neue Erkenntnisse gehen hingegen von einem Mehrspeichermodell aus, welches verschiedene Untersysteme für verschiedene Reizarten hat. 

Das Arbeitsgedächtnis umfasst also nicht nur alle Aufgaben des Kurzzeitgedächtnisses, sondern verarbeitet aktiv aktuelle Informationen und lässt auch deren Bearbeitung zu. 

So können wir also mit unserem “neuen Kurzzeitgedächtnis” auch komplexe Aufgaben und Probleme lösen.

Wie ist das Kurzzeitgedächtnis aufgebaut?

Wird eine Information über unsere Sinnesorgane aufgenommen, so bleibt sie für Millisekunden im sogenannten Ultrakurzzeitgedächtnis (Sensorisches Gedächtnis). Von hier aus gelangen dann die relevanten Informationen in das Kurzzeitgedächtnis und die irrelevanten werden gar nicht erst gespeichert.

Wir nutzen das Kurzzeitgedächtnis und dessen Funktionen nahezu permanent. Ohne die Kernfunktion könnten wir uns gar nicht erst an Erfahrungen, Vorfälle und Ereignisse, die unmittelbar geschehen sind, erinnern. 

Allerdings ist die Speicherfunktion des Kurzzeitgedächtnisses begrenzt. Wenn wir zum Beispiel abgelenkt werden, werden die kurzzeitig gespeicherten Informationen mit anderen ersetzt und wir vergessen schnell, was vorher geschehen ist, sofern es nicht besonders einprägsam war.

Die Hauptfunktion des Kurzzeitgedächtnisses ist der Zwischenspeicher

Sehr häufig verweilen kurzzeitig abgespeicherte Informationen nicht wesentlich länger im Kurzzeitgedächtnis als 30 Sekunden. 

Jedoch kann das Kurzzeitgedächtnis in diesem Fall als Zwischenspeicher dienen, sofern regelmäßiges Wiederholen und Lernen gegeben ist und so Informationen gemerkt werden. 

So können kurzzeitig abgespeicherte Informationen in das Langzeitgedächtnis gelangen und so über eine sehr lange Zeitperiode gemerkt werden.

Dies wird vor allem über Wiederholung erreicht, aber auch Relevanz spielt eine Rolle. Wird eine Information von uns als relevant angesehen, wird es einfacher im Langzeitgedächtnis gespeichert. 

Welche physiologischen Prozesse steuern das Kurzzeitgedächtnis

Arten des Gedächtnisses

Das Kurzzeitgedächtnis wird von verschiedenen Bereichen im Gehirn gesteuert, die zusammenwirken, um die Aufnahme, Verarbeitung und Speicherung von Informationen zu ermöglichen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der präfrontale Kortex, der Teil des Frontallappens im Gehirn ist und für die exekutive Kontrolle, das heißt die Planung, Organisation und Steuerung von kognitiven Prozessen, verantwortlich ist. Der präfrontale Kortex arbeitet eng mit anderen Bereichen des Gehirns wie dem Hippocampus und dem temporalen Kortex zusammen, um die Aufmerksamkeit auf relevante Informationen zu richten und diese zu verarbeiten.

Während der Aufnahme neuer Informationen werden bestimmte Neuronen im Gehirn aktiviert und produzieren dabei Botenstoffe, die die Verbindungen zwischen Neuronen stärken und damit den Lernprozess unterstützen. Diese Verbindungen bilden das sogenannte neuronale Netzwerk, das die Informationen im Kurzzeitgedächtnis speichert.

Während der Verarbeitung von Informationen spielen auch die sogenannten Gliazellen eine wichtige Rolle. Diese Zellen produzieren Energie und unterstützen die Neuronen bei ihrer Arbeit, indem sie beispielsweise Sauerstoff und Nährstoffe liefern.

Um Informationen ins Langzeitgedächtnis zu übertragen, muss das neuronale Netzwerk im Kurzzeitgedächtnis stabilisiert werden. Dieser Prozess wird als Konsolidierung bezeichnet und setzt die Produktion von bestimmten Proteinen in den Neuronen voraus. Wenn diese Proteine gebildet werden, verändern sie die Struktur der Neuronen und stärken damit die Verbindungen zwischen ihnen.

Insgesamt sind also viele komplexe Prozesse im Gehirn für die Steuerung des Kurzzeitgedächtnisses verantwortlich, die noch weitgehend unerforscht sind und von vielen Faktoren wie Alter, Gesundheit, Stress und Umweltbedingungen beeinflusst werden.

Verschiedene Arten des Kurzzeitgedächtnisses

Es gibt verschiedene Arten des Kurzzeitgedächtnisses, die sich nach der Art der aufgenommenen Informationen unterscheiden:

  1. Auditives Kurzzeitgedächtnis: Das akustische Kurzzeitgedächtnis ist für die Aufnahme und Verarbeitung von akustischen Reizen, also von Geräuschen und Sprache, zuständig. Es ermöglicht es uns, Gespräche zu verfolgen, Musik zu hören oder Worte zu merken.
  1. Visuelles Kurzzeitgedächtnis: Das visuelle Kurzzeitgedächtnis ist für die Aufnahme und Verarbeitung von visuellen Reizen, also von Bildern und Mustern, verantwortlich. Es ermöglicht es uns, Gesichter und Gegenstände kurzfristig zu erkennen und zu merken.
  1. Motorisches Kurzzeitgedächtnis: Das motorische Kurzzeitgedächtnis ist für die Aufnahme und Verarbeitung von Bewegungsmustern und -abläufen zuständig. Es ermöglicht es uns beispielsweise, eine neue Sportart zu lernen oder eine komplexe Handlung auszuführen.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Arten des Kurzzeitgedächtnisses nicht völlig voneinander getrennt, sondern miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig unterstützen. Die Funktionen des Kurzzeitgedächtnisses hängen also auch von der Art der aufgenommenen Informationen ab und können sich je nach Situation unterscheiden.

Faktoren, die das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigen können

Es gibt viele Faktoren, die das Kurzzeitgedächtnis beeinflussen und zu Störungen oder Schwächungen führen können. Einige mögliche Ursachen sind:

  1. Alter: Das Kurzzeitgedächtnis nimmt im Laufe des Lebens ab. In der Regel beginnt dieser Prozess ab dem 30. Lebensjahr und beschleunigt sich ab dem 60. Lebensjahr. Diese Veränderungen sind normal und Teil des Alterungsprozesses.
  1. Stress: Stress kann die Funktion des Kurzzeitgedächtnisses beeinträchtigen und die Fähigkeit, neue Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten, verringern.
  1. Schlafmangel: Eine mangelhafte oder unzureichende Schlafqualität kann das Kurzzeitgedächtnis negativ beeinflussen und die Gedächtnisleistung verringern.
  1. Körperliche Erkrankungen: Manche körperliche Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigen.
  1. Psychische Erkrankungen: Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Schizophrenie können das Kurzzeitgedächtnis negativ beeinflussen.
  1. Medikamente: Einige Medikamente können die Gedächtnisleistung beeinträchtigen, beispielsweise Schmerzmittel, Schlafmittel oder Antidepressiva.

Es ist wichtig zu beachten, dass Störungen oder Schwächungen des Kurzzeitgedächtnisses nicht immer ein Zeichen für eine schwerwiegende Erkrankung sind, sondern auch durch vorübergehende Faktoren wie Übermüdung, Stress oder eine ungewohnte Umgebung ausgelöst werden können. 

In solchen Fällen kann sich das Kurzzeitgedächtnis in der Regel wieder normalisieren, wenn die Ursache behoben wird. Wenn jedoch das Kurzzeitgedächtnis dauerhaft gestört oder geschwächt ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären und gegebenenfalls eine Behandlung einzuleiten.

Warum habe ich so ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis?

Wenn Ihr Kurzzeitgedächtnis gestört ist, kann das mehrere Gründe haben. Schlechte Durchblutung, Abbau des Gehirns nach Renteneintritt oder sogar eine psychische Erkrankung können Gründe sein. Ein gesunder Lebensstil und regelmäßige Herausforderungen für das Gehirn können helfen, das Kurzzeitgedächtnis zu verbessern.

Wann lässt das Kurzzeitgedächtnis nach?

Das Kurzzeitgedächtnis lässt nach dem Erreichen des 30. Lebensjahres nach, wenn wir es nicht ausreichend beanspruchen. 

Die maximale Gehirnleistung wird zwischen 18 und 30 Jahren erreicht, danach baut das Gehirn langsam wieder ab, was auch das Gedächtnis beeinflusst. 

Durch Gedächtnistraining kann allerdings der Abbau verhindert werden, es kann sogar das Kurzzeitgedächtnis wiederherstellen.

Um im hohen Alter geistig fit zu bleiben, ist regelmäßiges Gedächtnistraining also ein wichtiger Faktor. 

Was passiert, wenn man das Kurzzeitgedächtnis verliert?

Wenn man das Kurzzeitgedächtnis verliert, führt das zu starken Einschränkungen im alltäglichen Leben.

Plötzlich werden Dinge vergessen, die vorher ganz einfach zu merken waren. Dadurch verlegen Betroffene ständig ihren Autoschlüssel oder können sich Namen nicht mehr merken. 

Dies können auch Symptome von Demenz sein, im Anfangsstadium wird das Kurzzeitgedächtnis von der Krankheit stark beeinträchtigt.

Danach wird auch das Langzeitgedächtnis angegriffen, bis der Betroffene sämtliches Wissen verloren hat. 

Regelmäßiges Training kann auch als eine effektive Vorsorgemaßnahme gegen Demenz dienen.

Kann sich das Kurzzeitgedächtnis regenerieren?

Ja, das Kurzzeitgedächtnis kann sich wieder regenerieren. Regelmäßiges Gedächtnistraining kann die Merkfähigkeit bis zu einem gewissen Teil wiederherstellen. 

Wenn Sie den Eindruck haben, Ihr Gedächtnis lässt nach, geben Sie nicht auf, Sie haben mit den Übungen von NeuroNation das richtige Werkzeug, um Ihr Kurzzeitgedächtnis wieder auf Trab zu bringen.

Wie kann man das Kurzzeitgedächtnis verbessern?

Ihr Kurzzeitgedächtnis können Sie verbessern, indem Sie es in der richtigen Intensität trainieren. 

Dabei sollte die Herausforderung nicht zu groß sein, aber dennoch eine gewisse Schwierigkeit bieten.

Durch regelmäßige Steigerung des Schwierigkeitsgrades bleiben die Übungen von NeuroNation immer eine Herausforderung für das Gehirn. 

So kann das Gedächtnis auf Dauer verbessert und sogar die Intelligenz gesteigert werden.

Fazit: Ein gutes Kurzzeitgedächtnis erleichtert das Leben

Mit einem guten Kurzzeitgedächtnis lebt es sich unbeschwerter. Diese Erkenntnis erlangen die meisten jedoch erst, wenn es schon recht spät ist. 

Es ist das gleiche Phänomen wie bei Rückenschmerzen. Sind Sie nicht da, denken wir nicht daran, aber wenn wir unter Rückenschmerzen leiden oder vielleicht bereits einen Bandscheibenvorfall haben, gibt es nichts Unangenehmeres.

Um den Rücken gesund zu halten, reicht es aber nicht, immer nur dann Sport zu machen, wenn der Schmerz zurückkehrt. Prävention ist das A und O. 

Ähnlich verhält es sich mit dem Kurzzeitgedächtnis. Funktioniert es, wie es soll, denken wir gar nicht an die schweren Folgen eines schlechten Kurzzeitgedächtnisses. 

Doch auch hier ist die Prävention extrem wichtig, damit Sie nie in die Situation kommen, wo Ihr Kurzzeitgedächtnis Sie im Alltag einschränkt. Von einer gesteigerten Intelligenz profitieren Sie nebenbei auch noch. 

Probieren Sie unsere Gedächtnistrainings-App kostenlos und machen Sie den ersten Schritt zu einem gesünderen Gehirn.

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