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Baustelle Gehirn

Gefällt Ihnen Ihr Badezimmer nicht mehr? Oder fällt jede Schublade in Ihrer Küche mittlerweile in sich zusammen? Dann lohnt es sich vielleicht, über eine Renovation nachzudenken. 🏗️

Tatsächlich ist die Renovation eines Hauses eine gute Metapher für die Veränderungen im Gehirn, die sich aus regelmäßigem Gehirntraining ergeben.

Ein Einblick in den Bauplan 📄

Stellen Sie sich vor, Sie renovieren Ihre Wohnung. Vermutlich müssen nicht alle Räume komplett erneuert werden – vielleicht reichen neue Schränke in der Küche, ein frischer Anstrich im Bad oder eine kleine Umstrukturierung, damit alles besser zusammenpasst.

Ähnlich funktioniert auch Gehirntraining. Ziel ist nicht, alles „neu zu machen“, sondern gezielt einzelne Bereiche zu stärken. In einer großen, aktuellen Analyse haben Forscher:innen festgestellt, dass Gehirntraining die folgenden Bereiche verbessern kann:

  • Gedächtnis: Merken und Lernen
  • Arbeitsgedächtnis: kurzzeitiges Speichern und Verarbeiten von Informationen
  • Aufmerksamkeit: Fokus halten
  • Verarbeitungsgeschwindigkeit: Schnell reagieren
  • und exekutive Funktionen: Steuerzentrale des Denkens

Durch regelmäßiges Training werden diese Funktionen gestärkt, indem sich bestimmte Netzwerke im Gehirn aktivieren und mit der Zeit sogar neu organisieren – ein Prozess, den man Neuroplastizität nennt. 

So wie bei einer Renovierung kleine Veränderungen große Wirkung haben können, kann auch gezieltes Training helfen, die allgemeine Leistungsfähigkeit des Gehirns zu verbessern [2].

Der Umbau im Gehirn 👷 

Die große Analyse zeigt, dass Gehirntraining die kognitive Leistung messbar verbessert. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass es helfen kann, geistige Fähigkeiten länger zu erhalten. Im Alltag kann sich das zum Beispiel beim Merken von Namen, beim konzentrierten Arbeiten oder beim schnellen Lösen von Problemen bemerkbar machen [1].

Außerdem beobachteten die Forscher:innen, dass sich ein bestimmtes Gehirnareal besonders stark aktiviert: der Precuneus [1].

🧐 Der Precuneus ist eine Art Knotenpunkt im Gehirn, der verschiedene wichtige Netzwerke miteinander verbindet. Er ist an komplexen Denkprozessen beteiligt und unterstützt die Zusammenarbeit unterschiedlicher Hirnbereiche. 

Besonders spannend: Hier sammeln sich früh Beta-Amyloid-Ablagerungen an. Das sind Eiweiße, die als typisches Merkmal einer Demenz-Erkrankung gelten. Studien deuten darauf hin, dass kognitives Training dabei helfen kann, die Ablagerungen zu reduzieren. Das könnte dazu beitragen, das Gehirn zu schützen und wichtige Denk- und Gedächtnisfunktionen länger zu erhalten. [1]

Auch in anderen Hirnregionen werden durch Gehirntraining Verbindungen zwischen Nervenzellen gestärkt und Nervenbahnen besser „isoliert“ – ähnlich wie bei einem Kabel, das Signale schneller und störungsfreier überträgt. Ganze Netzwerke organisieren sich neu und arbeiten effizienter [1,2,3].

Wir halten fest: Das Gehirn übt nicht nur, es baut sich tatsächlich um. [2]

So gut wie neu! ✨  

Durch Gehirntraining kann sich Ihr Gehirn also anpassen und verändern.

Und noch eine spannende ErkenntnisÄltere Teilnehmende zeigten in der neuen Analyse häufig größere Verbesserungen. [1]

Bilden Sie sich Ihre Zukunft 👷
Ihr NeuroNation Team

Quellen [1] Li, G., Liu, Y., Liu, C., Liu, Y., Ning, J., Li, H., & Chen, A. (2025). The neural correlates of cognitive training–induced gains in aging: A meta-analysis of neuroimaging studies. npj Aging, 11, Article 103. https://doi.org/10.1038/s41514-025-00290-5
[2] Chen, W., & Hao, Y. (2026). Cognitive training shapes brain plasticity and schematic representations. Behavioral and Brain Functions, 22, Article 3. https://doi.org/10.1186/s12993-025-00300-2
[3] Giehl, K., Ophey, A., Hammes, J., Rehberg, S., Lichtenstein, T., Reker, P., Eggers, C., Kalbe, E., & van Eimeren, T. (2020). Working memory training increases neural efficiency in Parkinson’s disease: A randomized controlled trial. Brain Communications, 2(2), fcaa115. https://doi.org/10.1093/braincomms/fcaa115

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